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22.08.2014, 00:00 Uhr

Presseerklärung zur Situation von Bürgerkriegsflüchtlingen in Deutschland

 Patzelt: Bürger sollen Bürgerkriegsflüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen

Angesichts der von der Mehrheit des Deutschen Bundestages und hoffentlich auch der Mehrheit unseres Volkes befürworteten Aufnahme von Flüchtlingen aus den gegenwärtigen, erschütternden Bürgerkriegen in Deutschland möchte ich einen Paradigmenwechsel bei der Unterbringung von solchen Flüchtlingen in unserem Land anregen.
 
Die täglich wachsende Zahl der Schutz und Hilfe Suchenden auch in Deutschland stellt uns vor zunehmende finanzielle wie logistische Herausforderungen. Unterdessen werden auch Zeltlager und Bundeswehrgerätehallen zum Notquartier durch die aufnehmenden Kommunen bestimmt.
Angesichts des bevorstehenden Winters, aber auch der mit der Flucht verlorenen materiellen und  persönlichen Lebensbedingungen werden die Bedingungen in den Massenquartieren prekär und besonders für Kinder schwer erträglich.
 
Wir Deutschen sind es gewohnt, dass unsere Hilfsleistungen über staatlichen Stellen (Steuergelder) oder Träger der Wohlfahrt (Spenden) geleistet werden. Hier werden erkennbar Grenzen deutlich.
 
Deshalb rufe ich die Menschen in unserem Lande auf, über eine zeitnahe Aufnahme von Flüchtlingen, insbesondere von Müttern mit Kleinkindern, in ihren eigenen Häusern oder Wohnungen nachzudenken.
 
Nach meiner Erfahrung sind sowohl der verfügbare Wohnraum (häufig werden Gästezimmer vorgehalten) als auch die materiellen Voraussetzungen (Übernahme der Beherbergungskosten) vieler Bürger unseres Landes so beschaffen, dass eine Aufnahme von Gästen organisatorisch wie finanziell keine wesentliche Last darstellen würde. Mental würde vermutlich eine Herausforderung (aber auch eine Chance) zu neuen Erfahrungen bestehen.
 
Aus dem Wissen um meine Herkunftsfamilie und die meiner Ehefrau, die als Vertriebene nach dem 2. Weltkrieg auf Hilfe und Barmherzigkeit anderer Menschen angewiesen war, und auch um relativ viele  Menschen, die angesichts der menschlichen Schicksale in den Kriegsgebieten unserer Erde hoch motiviert zur Hilfe bereit stehen, wage ich diesen Aufruf.
 
Sicher müssen die zuständigen staatlichen Stellen ihre Verwaltungsvorschriften schnell und pragmatisch anpassen und die Behörden diese zusätzliche Form der Unterbringung von Flüchtlingen entsprechend verwalten.
 
In jedem Fall werde ich auch meinen Abgeordnetenkollegen diesen Vorschlag zur Diskussion unterbreiten und bei nächster Gelegenheit mit ihnen diskutieren.       
 

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