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07.05.2021, 13:45 Uhr

Die Rückkehr zur Normalität beginnt

 

Die Rückkehr zur Normalität beginnt. Mit der von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Verordnung geben wir Geimpften und Genesenen an diesem Wochenende wieder einen Teil der ihnen zustehenden Grundrechte zurück. Für die Betroffenen sind das mit Sicherheit Erleichterungen. Doch vor allem geht es darum, ihnen wieder einen Teil der Grundrechte einzuräumen, die uns allen grundsätzlich zustehen, die aber aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt werden mussten. 

 
Das bedeutet aber auch, dass noch immer ein Teil der Gesellschaft nach wie vor auf Grundrechte verzichten muss, weil es derzeit noch nicht genügend Impfmittel gibt. Das könnte zu einer Neiddebatte führen, weil hier die Grundrechte von Nichtgefährdeten und die Schutzbedürfnisse der Gefährdeten aufeinandertreffen.
 
Bisher aber hat der weitaus größere Teil der Bundesbürger eingesehen, dass zur Bewältigung dieser bislang einzigartigen Pandemie Beschränkungen erforderlich sind. Und die meisten haben sich auch daran gehalten. Nun zeigt sich, dass die Maßnahmen richtig waren, und wir können peu à peu wieder zur Normalität zurückkehren. 
 
Aber es war auch immer klar, dass das nicht von heute auf morgen passieren wird. Das alles braucht seine Zeit. Und wir wissen heute noch nicht, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Kommt dann wieder eine Pandemie mit einem mutierten Virus? Müssen wir vielleicht noch viele Jahre mit Corona in irgendwelchen abgewandelten Formen leben?
 
Das alles gebietet zu einer gewissen Vorsicht und zu Vorsorgemaßnahmen. Aber nichts destotrotz können wir auf diesen ersten Teilerfolg im Kampf gegen Corona stolz sein und wir sollten uns mit denen freuen, die nun wieder ein Stück mehr Normalität genießen dürfen.

Freigabe der Corona Impf-Patente bringt nichts
 
In diesen Tagen wird zurecht darauf hingewiesen, dass es wenig nützt, wenn die Menschen in Deutschland, Europa und den Industriestaaten geimpft sind, nicht aber in den ärmeren Staaten der 3. Welt. Vor einem Virus kann man sich nicht abschotten. Der Vorschlag, den Patentschutz für Corona-Impfschutz vorübergehend auszusetzen, hat auf den ersten Blick in der Tat sehr viel Charme. Bei genauerer Betrachtung erweist er sich jedoch als Danaergeschenk. Denn ärmere Länder und ein ganzer Kontinent wie Afrika könnten davon überhaupt nicht profitieren, weil es dort zu wenige Pharmafabriken gibt. Es müssten also neue gebaut bzw. die vorhandenen erst noch technisch umgerüstet werden, was wiederum Geld kostet, das nicht vorhanden ist.
 
So bleibt es fürs erste das Beste, dass die Reichen die Armen unterstützen. Deutschland hat bereits eine Milliarde Euro für Impfungen in den ärmeren Staaten bereitgestellt.
 
 

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